StG Olpe/Fretter gewinnt überlegen die Deutsche Meisterschaft

Athletinnen machen das Triple perfekt

Wenngleich die U 18 Staffel mit Emma Rehse, Annica Deblitz, Alina Hoberg und Julia Hippler nach den Meldezeiten zum engsten Favoritenkreis auf den Titelgewinn in Rostock zählte, konnte niemand mit einer solchen Demonstration der Überlegenheit rechnen. Das von Dieter Rotter hervorragend eingestellte Quartett lief bereits im ersten der vier Vorläufe die Bestzeit unter den 31 besten Deutschen Sprintstaffeln und sicherte sich damit die Wunschbahn 3 im Finale.

 

Die Vorlaufzeit von 47,75 Sekunden schockte die Konkurrenz. Kein anderes Team blieb unter der 48-Sekunden-Marke, auch nicht der LAC Berlin mit den Inhaberinnen der Deutschen Jahresbestzeit.

 

Der Start des Finales erfolgt dann um 20:15 Uhr. Nach gelungenen Wechseln und guten läuferischen Leistungen folgte unter dem Jubel des Anhangs die dritte Stabübergabe auf Julia Hippler, die mit einem komfortablen Vorsprung von 5 Metern Ziel und Sieg ins Visier nahm – keinen Zentimeter gab sie ab auf die starken Konkurrentinnen. Im Ziel reckte Julia ihre Arme und den Staffelstab in den Rostocker Abendhimmel. Die Mitstreiterinnen, das übrige Wettkampfteam, Eltern, Trainer und Anhang stürmten da bereits heran zum gemeinsamen Jubeln.

 

Es war nicht allein die Deutsche Meisterschaft, die später beim gemeinsamen Abendessen in der Rostocker Innenstadt gefeiert wurde. Nach den beiden nationalen Titeln aus dem Jahr 2016 in Mönchengladbach und Bremen (U 20 mit Sarah Langemann, Tamara Müller, Marie Ries und Sophia Werthenbach, U 16 mit Franka Linse, Alina Hoberg, Julia Hippler und Christin Schneider) konnte dieses Mal der Titel in der U 18 errungen werden. Damit ist das Triple für die Olper Leichtathletik perfekt.

 

Und die Siegerzeit im Finale? Die Uhr blieb beim Zieleinlauf von Julia bei unglaublichen 47,21 Sekunden stehen, natürlich Kreisrekord. Nur 3/100 Sekunden fehlen zur Einstellung der Deutschen Jahresbestzeit. Nach monatelanger Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt zielgenau eine solche Bestleistung abrufen zu können, ist ein weiteres großes Kunststück.

 

Und die Zeiten der anderen? Die Hessenmeisterinnen von der LG Friedberg-Fauerbach holten Silber in 47,74 Sekunden. Bronze ging an den LAC Berlin in 48,06 Sekunden. Die ebenfalls hoch eingeschätzten Teams von Werder Bremen und Bayer Leverkusen gaben nach Wechselfehlern auf.

 

Marlitt Spille wieder unter Deutschlands TOP 10

 

Ihren bisher größten Erfolg hatte Marlitt Spille im Februar dieses Jahres gefeiert, als sie bei den Deutschen Winterwurfmeisterschaften in Halle/ Saale im Speerwurf Platz 8 erreichte. In Rostock steigerte sich Marlitt im zweiten Versuch auf eine Weite von 41,95 Metern, das drittbeste Ergebnis, das sie in ihrer jungen Karriere bisher erzielte.

 

Platz 9 war der Lohn für ihre Leistung und damit die Bestätigung, dass sie als frisch gebackene NRW Meisterin ihren Platz unter den besten Zehn in Deutschland behauptet hat.

 

Mit Wiebke Rosemeyer hatte sich eine weitere Olper Athletin für einen Start bei den Deutschen Jugendmeisterschaften qualifiziert, und zwar für die 400 Meter Hürdendistanz. In der wohl härtesten Sprintdisziplin, die die Leichtathletik zu bieten hat, wurde sie in 66,71 Sekunden Fünfte ihres Vorlaufs. Heftiger Gegenwind auf die Zielgeraden verhinderte die von ihr angestrebte Bestzeit. Das gleiche Handicap hatte Alina Hoberg am dritten Wettkampftag zu bewältigen, als sie im Vorlauf über 100 Meter keine Chance auf eine Qualifikation für das Halbfinale hatte.

 

Drei Einzelqualifikationen für eine Deutsche Meisterschaft, das gab es bisher in der Olper Leichtathletik noch nicht. Ein hoher Achtungserfolg für Marlitt, Wiebke und Alina, auch wenn sie das jeweilige Finale in ihren Disziplinen noch nicht erreichen konnten.

 

Auch die U 20 Staffel mit Bestleistung

 

Nur wenige Vereine haben das Potenzial, mehrere Staffeln zu nationalen Meisterschaften zu entsenden. Der sportliche Ehrgeiz der Olper Leichtathletik geht grundsätzlich und seit langem auch in diese Richtung. Neben der Gemeinschaftsförderung soll jungen Sportlerinnen und Sportlern Wettkampf-erfahrung auf höchstem Niveau vermittelt werden.

 

Das U 20 Quartett nutzte seine Chance. Luisa Schürhoff, Alina Franke, Cathrin Eiden und Christin Schneider liefen am Sonntag, dem dritten Wettkampftag im heißen Rostock, in 48,38 Sekunden zu einer neuen Jahresbestzeit und konnten zudem den Dauerrivalen LG Kindelsberg Kreuztal hinter sich lassen. Ein schöner Abschluss.

 

Alexander Lind verpasst die erhoffte Finalteilnahme

 

Alexander Lind von der SG Wenden verpasste über 400 Meter in der Klasse U 18 den erhofften Einzug ins Finale. Mit 51,50 Sekunden und Platz 24 blieb er in Rostock unter seinen Möglichkeiten. Trainer Egon Bröcher stufte die Teilnahme des großen Talents eher als Lernprozess ein und hofft auf eine weitere positive Entwicklung in den kommenden Jahren bis hin zur Deutschen Spitzenklasse.